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Inhalt:
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Liebe FREUNDE DES BERGEDORFER KAMMERCHORES ! Das große Jubiläumskonzert am 24.02.2001, welches dann auch das Konzert sein sollte, mit dem sich Hellmut Wormsbächer von seinem BERGEDORFER KAMMERCHOR verabschieden wollte, nahm uns zu Beginn des neuen Jahres doch sehr in Anspruch. Eine Vielzahl fleißiger Mitdenker und -macher haben es für alle Beteiligten - ob Organisator, Mitsänger oder Zuhörer - zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. Die Mitwirkung der beiden Kinder Mareike und Detlef Wormsbächer im "Concertino Basel" zeigten deutlich, dass dieses Konzert auch ein sehr persönlicher Höhepunkt in der Musik-Karriere von Hellmut Wormsbächer war. Alle Mühen haben sich gelohnt - es war ein sehr eindrucksvolles Erlebnis dabei zu sein. In die Begeisterung für die Musik, der wieder einmal sehr gut gewählten Werke, mischte sich doch eine deutliche Portion Wehmut mit in die Emotionen aller Beteiligten ein - sicher konnte man nach dem Schlussakkord des grandiosen "Te Deum" von Kodaly in so manche feuchten Augen blicken. Einige nette Worte im Anschluss an das Konzert im Baptisterium rundeten die gesamte Feier in angemessener Atmosphäre ab. Wir Choris konnten uns ja noch auf den nächsten Tag freuen, an dem wir uns im Rahmen eines großen Chorfestes auf unsere Art bei Hellmut Wormsbächer bedanken konnten. Die zahlreichen gelungenen Beiträge zeigten deutlich, welche tiefen und vielfältigen Spuren das Wirken unseres Gründers im Leben von so vielen verschiedenen Menschen hinterlassen hat. Auch von dieser Stelle noch einmal vielen, vielen Dank an Hellmut Wormsbächer für alles, was er für den Chor und somit für jeden einzelnen von uns getan hat. Das bereits im Konzert in leisen Tönen kursierende Gerücht stellte sich unmittelbar nach Ende des Chorfestes als wahr heraus: Steffen Kammler, unser neuer Dirigent, geht nach Oslo. Er hat die Gelegenheit verständlicherweise beim Schopf gepackt und ist seit Juli Erster Chordirektor der norwegischen Staatsoper. So waren die Proben mit unserem neuen Dirigenten auch schon wieder gezählt. Diese Zeit galt einerseits der Suche nach einem geeigneten Nachfolger, anderer-seits auch der Möglichkeit, im Sommer ein kleines Konzert auf die Beine zu stellen (das einzige unter Steffen Kammler). Daraus wurde allerdings aus ter-minlichen Gründen leider nichts. Und dann waren da natürlich noch die Mühen, den "neuen Chor" stimmungsmäßig zusammen zu halten, denn anlässlich des Jubiläums-konzerts sind viele langjährige Chormitglieder in den passiven Teil gewechselt. Das war deutlich spürbar und hat den "Chorgeist" zusätzlich noch stark strapaziert. Nach 5 anstrengenden Probedirigaten hat sich dann der Chor in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Juni für Tobias Brommann entschieden. Er wird sich Ihnen auf den nächsten Seiten noch näher vorstellen. Von hier kann ich schon einmal sagen, dass - nachdem er da ist - unser Chor einen deutlichen Aufwind verspürt, den er nach dem Stimmungstief vor den Sommerferien aber auch dringend nötig hatte. Hierbei ist noch Christoph Lutz lobend zu erwähnen, der immer wieder als eine sehr gute Vertretung eingesprungen ist, wenn es nötig war. Wir sind froh, dass wir ihn haben! Mit Tobias Brommann proben wir anspruchsvolle Werke für das Konzert am 1. Advent in St. Petri und Pauli in Bergedorf. Es wird sicher ein anderes Konzert sein, als Sie es sonst vom BERGEDORFER KAMMERCHOR gewohnt sind. Lassen Sie sich überraschen! Sicher werden Sie uns dort auch nicht gleich auf den ersten Blick erkennen. Denn was schon lange angedacht war, wird nun endlich Wirklichkeit: die neuen Chorkleider! Ach ja, und dann waren da noch die Vorstandswahlen im April 2001. Aus diesem Grund sehen Sie auch einen Ihnen vielleicht nicht besonders bekannten Namen am Ende dieses Artikels. Ich bin 1992 von Schleswig nach Bergedorf gezogen und seit 1993 im Tenor des BERGEDORFER KAMMERCHORES. Einige Jahre davon habe ich bereits die Vorstandsarbeit "geübt" und habe mich bei der letzten Wahl zum Vorsitzenden wählen lassen. Das aber auch nur, weil der Chor über einen wirklich sehr aktiven, fähigen und belastbaren Vorstand verfügt! Mit meinen 37 Jahren soll ich (sagt Börge) genau das Durchschnittsalter der Chormitglieder darstellen. Sie sehen: in diesem Jahr hat sich sehr viel verändert. Was sich aber - Gott sei Dank - nicht geändert hat, sind die vielen aktiven Helfer, die mit großer Sensibilität und den richtigen Handgriffen zur richtigen Zeit diesen tollen Chor mit großer und ansteckender Begeisterung tragen. Jede/r einzelne trägt eine beachtliche Verantwortung unseren Chor und die Musik, die uns verbindet, auf- und auszubauen. In diesem Kreis aktiver Mitarbeiter sehe ich auch Sie, liebe FREUNDE DES BERGEDORFER KAMMERCHORES, als wichtige Teilhaber. Durch Ihre Unterstützungen schaffen Sie uns einen beruhigenden Rahmen, den wir gerne auch zu Ihrer Freude mit musikalischem Leben füllen. Bei dieser Gelegenheit auch noch einmal herzlichen Dank an Imme Tempke, durch deren Vermittlung wir den kleinen, aber sehr interessanten und doch recht gut gelungenen Auftritt im Rahmen der Chrysander-Gedenkfeier im September hatten. Nach einer Zeit der Orientierung mit der neuen Führung freue ich mich auf eine gute Zusammenarbeit, die uns zu neuen, interessanten Projekten führen kann, die wir ohne Sie niemals schaffen könnten. Wir haben schwierige Zeiten überstanden und freuen uns auf den weiteren Weg, auf dem uns glücklicherweise Tobias Brommann führen und begleiten wird. Ihnen einen herzlichen Dank für Ihr aktives Mitdenken und -tun! Stephan Taschke, 1. Vorsitzender des BERGEDORFER KAMMERCHORES |
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Zeitungsartikel: Hamburger Abendblatt
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DAS ABSCHIEDSKONZERT Nun sollte es also Wirklichkeit werden: die Aera Wormsbächer-Kammerchor sollte mit einem großen Konzert in der Hamburger Nikolaikirche ihren Abschluß finden. Wir, die wir 40 Jahre und länger unter Hellmuts Leitung gesungen hatten, konnten sich einen Kammerchor ohne Hellmut einfach nicht vorstellen. Was haben wir nicht alles mit ihm singen dürfen: Johannes-Passion und h-moll-Messe von Bach, Te Deum und Elias von Mendelssohn, die herrlichen Messen in As und Es von Schubert, Brahms-Requiem, Mozarts c-moll-Messe, Requiem und Te Deum von Berlioz, Gesang Jeremiae von Poser, Orffs Catulli carmina und die Carmina burana, von Hindemith Apparebit repentina dies, Bruckners e-moll-Messe, Strohbachs Cantate domino, Kodály-Messe und - und - und. Und immer wieder diese ausgefallenen a cappella-Programme von der Renaissance bis heute. Alle Perlen der Chormusik durften wir singen; wie sollte es nun weitergehen mit "unserem" Chor? In Steffen Kammler schien jedenfalls ein adäquater Nachfolger für die Chorleitung gefunden zu sein. Aber nun hieß es erst einmal den Abschied zu gestalten. Dieses letzte Konzert lief unter dem Motto "55 Jahre Bergedorfer Kammerchor - 55 Jahre unter der Leitung von Hellmut Wormsbächer". Nichts von Abschied, aber jeder wußte darum. Hellmut hatte wieder einmal ein großartiges Programm zusammengestellt: es begann mit dem zarten Sopran-Solo aus Mozarts Vesperae solennes, steigerte sich über Schuberts Intende voci und dem hinreißenden Stabat mater, leitete mit Ecce saccerdos von Bruckner zum Höhepunkt mit dem Te Deum von Kodály, das mit den zartesten Pianotönen der Sopranistin schließt - ein ge-lungener Bogen. Für das letzte Werk hatte Hellmut seine alten "Kämpen" und viele Chorsänger der vergangenen Jahre, die dem Kammerchor immer noch freundschaftlich verbun-den waren und sind, zum Mitsingen eingeladen. Und so trafen sich an einem Wochenende im Februar etwa 30 fröhliche, gut vorbereitete Sänger zur Crash-Probe! War das ein freudiges Wiedersehen. Trotz intensiver Arbeit blieb in den Pausen Zeit zum ausgiebigen Klöhnen; und nach dem ganzen anstrengenden Kodaly packte uns noch die Lust, wie in alten Zeiten Brahms- und Wormsbächer-Sätze zu singen. Auswendig natürlich! Mit etwas gedämpfter Vorfreude versammelten wir uns am 24. Februar in der so vertrauten Nikolaikirche - die Herzen waren doch etwas schwer. Der verjüngte Kammerchor gestaltete in der kleinen Besetzung Mozart und Schubert sehr aus-drucksvoll und klangschön; auch das Orchester tat sein Bestes. Kleine Unstim-migkeiten mit dem Organisten schadeten dem Gesamteindruck nicht wesentlich. Und dann durften wir Gäste uns noch einmal einreihen und mithelfen, die ,,schwarzen Punkte" zum Leben zu erwecken. Nach dem Verklingen des letzten Tones dauerte es eine Weile, bis auch das Publikum sich wieder besann und der Beifall aufbrauste. Standing ovations galten in erster Linie dem Dirigenten, der diesem Chor zu so einer Leistung verholfen hatte. Der BERGEDORFER KAMMERCHOR ist ein wunderbares Instrument, das nun ,,nur" noch weiter pfleglich geführt wer-den muß. Ich wünsche meinen Kammerchorkollegen jedenfalls für die Zukunft weiterhin viel Freude am Erarbeiten guter Chormusik, viele erfolgreiche Konzer-te, schöne Chorreisen, gutes Mithalten bei internationalen Chorwettbewerben und fröhliche Feste mit alten und neuen Chorfreunden. Nach dem Konzert fand übrigens noch ein kleiner Sektempfang im Baptisterium der Kirche statt. Von den offiziellen Reden habe ich aber in dem Gedränge leider nichts verstehen können. Hannelore Stahlmann |
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JUBILÄUMSFEIER Monatelang hatten sich Chormitglieder, die Freunde des BERGEDORFER KAMMERCHORES sowie viele andere fleißige Helferinnen und Helfer auf die Jubiläumsfeier vorbereitet. Aber bevor gefeiert werden konnte, waren Chor und Chorleiter noch einmal richtig gefordert. Zunächst stand die regulären Probe am Dienstag an, gefolgt von der Sonderprobe am Donnerstag und der Generalprobe am Freitag. Am Sonnabend hieß es bereits am Vormittag aufbauen für die Feier und am Abend fand schließlich das Konzert statt. Am Tag nach dem gelungenen Jubiläumskonzert war es endlich soweit: Die Jubiläumsfeier konnte beginnen.
Wer nun hungrig wurde, machte sich über das kammerchortypisch große Buffet her, um dann frisch gestärkt den musikalischen Beiträgen von Jung und Alt zu lauschen. Neben dem Bergedorfer Kinderchor hatten auch unsere UHUs (UnterHUndert), ehemalige Choris, sich etwas Besonderes für dieJubiläumsfeier ausgedacht. Sie führten uns mit Liedern und kleinen Anekdoten durch ein Stück Chorgeschichte. Ein Höhepunkt war auch das von Kristin Hakansson zusammengestellte Musical, bei dem neben WormsisLebenstipps ("Schaff' Dir keinen Schatz an, der nicht singen kann.") auch die Klavierschüler zu Wort beziehungsweise Ton kamen und an die Zeit im Kinderchor erinnert wurden, der für viele Kammerchoris quasi der Karrierestart war. Abgeschlossen wurde das Musical mit einem Lied von der schwedischen Popgruppe ABBA, das unsere Dankbarkeit unserem Chorleiter gegenüber wunderbar auf den Punkt brachte: "Thank you for the Music" - Danke für 55 Jahre Musik, oder, auf jeden einzelnen Chorsänger und jede einzelne Chorsängerin gerechnet, Danke für viele hundert Jahre Chorgesang!
Nachdem die meisten externen Gäste schon gegangen waren, versammelten sich einige Choris, um Wormsi zum letzen Mal als Leiter des Kammerchores ein Ständchen zu bringen. Die Wahl fiel, wie sollte es auch anders sein, auf den von ihm komponierten Satz von "Dat du min Leevsten büst", einem Favoriten des Chores. Natürlich blieb bei diesem wunderschönen Lied nicht ein einziges Auge trocken, denn schließlich sind unzählige Erinnerungen mit ihm verknüpft. Zudem brachte es den Abschied von unserem Chorleiter näher. Nur ungern ließen wir ihn gehen. "Thank you for the music, Wormsi!" Die Feier war nun offiziell zu Ende und es musste noch aufgeräumt werden. Wie immer fanden sich fleißige Hände, die Aula und Küche der Luisenschule wieder so herrichteten, wie wir sie vorfanden. Nach getaner Arbeit wurde noch vereinzelt privat gefeiert, ausgetauscht und sicherlich auch die eine oder andere Abschiedsträne geweint. Wir werden sicherlich alle noch lange an diesen halb-fröhlichen, halb-traurigen Tag denken, an Tränen im Auge und Weinglas in der Hand. Astrid Jeske und Christoph Göllnitz |
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DER NEUE DIRIGENT STELLT SICH VOR Schon früh war klar, daß es mich zur Musik zog. Ich gehörte zu den ersten, an denen die neue Form von musikalischer Früherziehung "ausprobiert" wurde und ich sang eigentlich schon immer im Chor mit. In Ratzeburg gehörte ich zu den "Domfinken", von wo ich nahtlos in den großen Chor gerutscht bin (in der Reihenfolge: Sopran - Tenor - Baß). In den heißesten Phasen meiner Schulzeit war ich Mitglied in 5 Chören und 3 Orchestern (wo ich Fagott und Geige spielte) und empfand die Schule eigentlich nur als Nebensächlichkeit neben der Musik. Mit 13 Jahren hatte ich meine erste Anstellung als nebenamtlicher Organist an einer kleinen Dorfkirche. Ergo kann ich in diesem Jahr mein 20-jähriges Dienstjubiläum feiern!
Ich freue mich sehr, daß ich einen so renommierten und bekannten Chor wie den Bergedorfer Kammerchor übernehmen darf. In die Fußstapfen von Hellmut Wormsbächer zu treten ist eine ehrenvolle Aufgabe und eine große Herausforderung. Bis jetzt gibt es natürlich nur grobe Planungen für die Zukunft. Meine Liebe gilt vor allem der A-cappella-Chormusik. Durch den Kontakt zu Schweden haben es mir gerade die skandinavischen Komponisten angetan. So werden die nächsten Konzerte ein breites Spektrum von virtuoser Chormusik aus Europa bieten. Mittelfristig sind weitreichendere Aktionen geplant wie Chorreisen ins Ausland und die Teilnahme an Wettbewerben. Auch ein Oratorium, wie z.B. die H-Moll-Messe von Bach ist sicher in nicht allzu weiter Ferne zu realisieren. Daß der Chor nicht nur musikalisch, sondern auch sozial einiges zu bieten hat, durfte ich bereits erfahren. Diese Kombination finde ich sehr wichtig und hoffe, auf diesem Potential aufbauen zu können. Tobias Brommann |
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Zeitungsartikel:
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Zum 100. Todestag von Friedrich Chrysander Friedrich Chrysanders Arbeitsweise war geprägt durch ein großes Maß an Wissen und restlose Hingabe an seine selbstgestellte Aufgabe, durch Energie und Selbstlosigkeit Prof. Dr. Felix von Kraus erzählt: "Aus Chrysanders eigenem Munde hörte ich später über seine Abschrift der Händel'schen Partituren folgendes, was ich in direkter Rede anführe, ohne natürlich für die Genauigkeit des Wortlautes im Einzelnen bürgen zu können: Um die Veröffentlichung ohne Unterbrechung weiterführen zu können, mußte ich schon während der ganzen Jahre trachten soviel Geld auf die Seite zu bringen, daß ich davon die Reise nach England und die Kosten eines vier- bis sechs-wöchentlichen Aufenthaltes daselbst zahlen konnte. Dort saß ich dann Anfangs in der königlichen Bibliothek in dem Handschriftenzimmer der Musikabteilung und schrieb die Partituren ab, immer mit dem peinlichen Bewußtsein einer entsetzlichen Zeit- und Geldverschwendung durch die Beschränkung der Arbeitszeit auf die Bibliotheksstunden. Bald aber gelang es mir dem Vorstand der Abteilung in ein paar Fragen, die ihm wichtig waren, guten Rat und Aufschluß geben zu können. Auch hatte er inzwischen wohl von mir den Eindruck gewonnen, daß ich kein Gauner sei, und da erteilte er mir eines Tages die Erlaubnis, immer die Partitur, die ich gerade abschrieb, nach Hause in meine Kammer mitnehmen zu dürfen. Das war mir höchst wertvoll, denn nun hing es ja nur mehr von mir ab, wie rasch ich mit der Arbeit vorankommen könnte. Da schrieb ich denn anfangs jeden Tag vierzehn Stunden, und das geht auch ganz gut. Bald aber sah ich, daß mein Geld nicht ausreichen werde, um das vorgesetzte Pensum bei diesem Arbeitstempo zu erledigen. Da steigerte ich die tägliche Arbeitsdauer zuerst auf sechzehn Stunden, und als das noch nicht reichte, während der letzten zehn Tage auf achtzehn Stunden.' Auf meine erstaunte Frage, wie er das denn aushalten konnte, erwiderte er mit einem Märtyrerlächeln: 'Bis zu sechzehn Stunden kann man das schon machen, wenn man an Arbeit gewöhnt ist und einmal das richtige System herausgefunden hat. Da muß man nämlich nur jeden Tag um vier Uhr früh am Schreibtisch sitzen und zwar ohne Frühstück und dann, ohne irgend etwas zu essen in einem Zug durch weiterschreiben bis fünf Uhr nachmittags. Dann kann man ein paar Brötchen essen, aber nicht mehr. Schon darauf wurde ich so faul, daß ich eine Stunde schlafen mußte. Dann konnte ich wieder ganz gut weiterschreiben, aber nach einer Stunde mußte ich mir einen starken schwarzen Kaffee kochen, da mir Gehirn, Augen und Hand nicht mehr gehorchen wollten. Da ging es dann wieder. Aber die Steigerung von sechzehn auf achtzehn Stunden schien mir anfangs ganz unmöglich, aber ich mußte doch schließlich fertigbekommen, was ich mir vorgenommen hatte, und da fand ich auch einen Ausweg, indem ich während dieser letzten beiden Stunden meine Füße in eine Wanne mit eiskaltem Wasser stellte. Das machte mich dann wieder ein bißchen munter, und so konnte ich es schließlich schaffen. Dafür nahm ich aber auch genug Material für mindestens zwei Jahre mit nach Hause.'" Imme Tempke Auszug aus den noch ungedruckten Lebenserinnerungen v. Prof. Dr. Felix v. Kraus, Abgedr. m.Genehm. v. Dr. R. Chrysander. Auszug im Lichtwark-Heft Jhrg.l/l, 1948,S.8/9 |
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Das Jahr 2001 hat für den BERGEDORFER KAMMERCHOR viel Neues gebracht. Nach der musikalischen Sternstunde des Abschiedskonzertes von Hellmut Wormsbächer und einem gelungenen Chorfest, übernahm Steffen Kammler den Kammerchor. Aus beruflichen Gründen mußte dieser die Leitung aber bereits nach kurzem wieder abgeben. Die Suche nach einem neuen Chorleiter war sicher nicht einfach. Mit Tobias Brommann wurde ein neuer Anfang gemacht, der die über 55jährige Tradition des BERGEDORFER KAMMERCHORES in eine erfolgreiche Zukunft führen wird. Der Vorstand der FREUNDE DES BERGEDORFER KAMMERCHORES wünscht dem BERGEDORFER KAMMERCHOR unter der Leitung von Tobias Brommann alles gute für die Zukunft. Wir freuen uns auf viele gemeinsame musikalische Stunden. Die FREUNDE werden auch in Zukunft die Arbeit des Chores nach Kräften unterstützen und hoffen auch in Zukunft auf Ihre finanzielle Unterstützung bei der Verwirklichung von Konzerten. Der Vorstand der FREUNDE DES BERGEDORFER KAMMERCHORES e.V. |
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"EIN MÖNCH UND EIN TUNICHTGUT..." Geboren im Januar 1899 in Paris und fast auf den Tag genau 64 Jahre später dort gestorben, wurde Francis Poulenc während der ersten zwei Jahrzehnte seiner Komponistenlaufbahn aufgrund der Unkompliziertheit und Direktheit seiner musikalischen Sprache von vielen Kritikern nicht ernstgenommen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich dieses Urteil langsam gewandelt. Heute gilt er neben Messiaen als wichtigster Vertreter der geistlichen Musik und als bedeutendster Liedkomponist nach Fauré in Frankreich.
Im Alter von fünf Jahren machte er erstmals Bekanntschaft mit der Musik und dem Klavierspielen, wenig später gab seine Mutter ihn in die Obhut eines professionellen Lehrers. Trotz seiner offensichtlichen Begabung erfüllte Poulenc den Wunsch seines Vaters nach einer traditionellen Ausbildung.
Durch die Fürsprache Stravinskys, der auf den jungen Kollegen auf-merksam geworden war, wurden kurze Zeit später erste Werke Poulencs bei einem Londoner Verleger gedruckt. Auch während seines Militärdienstes von 1918 bis 1921 blieb Poulencs Kreativität ungebrochen, u. a. entstand während dieser Zeit sein erster Liederzyklus. Häufige Aufführungen seiner Werke in den Konzerten, die der Maler Emile Lejeune in seinem Atelier veranstaltete und in denen auch Kompositionen von Honegger, Milhaud, Tailleferre, Auric und Durey zu hören waren, führten 1920 zur Entstehung der "Groupe de Six", so getauft von dem Journalisten Henri Collet in einer Konzertkritik. Obgleich Poulenc sich zu diesem Zeitpunkt bereits einen Namen gemacht hatte, bat er im Jahr 1921 den Komponisten Charles Koechlin darum, ihn zu unterrichten, weil er, wie er selbst sagte, "bisher eher dem Instinkt als dem Intellekt gefolgt" sei. Ende der zwanziger Jahre erlitt Poulenc erstmals Anfälle von Depression, die durch den Tod seiner Jugendfreundin Raymonde Linossier und die Erkenntnis seiner Homosexualität noch verschlimmert wurden. Für den Rest seines Lebens wurde er von wiederkehrenden depressiven Attacken gequält, die sich mit Phasen von großem Enthusiasmus abwechselten.
Seitdem war sein Leben abwechselnd dem Komponieren und öffentlichen Auftritten gewidmet. Seine ersten geistlichen Werke stammen ebenfalls aus den dreißiger Jahren, ausgelöst vor allem durch eine Pilgerfahrt nach Notre Dame de Rocamandour, die Poulenc nach dem Tod eines Komponistenkollegen unternahm. Den größten Teil des Zweiten Weltkriegs verbrachte er in Noizay, das zur deutschen Besatzungszone gehörte, und schuf dort eine Reihe von Werken, u. a. seine erste Oper Les mamelles de Tirésias, die 1947 an der Opéra Comique in Paris uraufgeführt wurde und den Beginn seiner Zusammenarbeit mit der Sopranistin Denise Duval bildete. Im Jahr darauf unternahm er erstmals eine Konzertreise in die USA, wohin er später regelmäßig für Auftritte mit Bernac und Duval zurückkehrte.
Poulencs gesamtes Schaffen wird bestimmt von einer starken melodischen Prägung und bleibt fest in der tonalen Tradition verwurzelt. Sein Werkverzeichnis umfaßt Klavier- und Kammermusik, Orchesterwerke, Film- und Bühnenmusik, mehrere Ballette und Opern, eine große Anzahl an Liedern sowie fast ausschließlich geistliche Kompositionen für Chor, sowohl a cappella als auch mit Orchesterbegleitung. In der letzteren Gruppe ragen neben den Litanies à la vierge noir und der Messe in G vor allem das Stabat Mater und das Gloria hervor, die zu den bedeutendsten französischen Chorwerken des zwanzigsten Jahrhunderts zählen. Unter mehreren kurzen Zyklen für Chor a cappella finden sich auch die Quatre motets pour le temps de Noël, entstanden 1952. Diese bilden den Mittelpunkt des diesjährigen Weihnachtskonzertes des Bergedorfer Kammerchores, das gleichzeitig den ersten Auftritt des Chores mit seinem neuen Dirigenten bildet. PB Nach einem Text von M. Chimènes und R. Nichols, in The New Grove Dictionary of Music and Musicians, London 2001) |
Bergedorfer Kammerchornachrichten 2001-2002 Die Bergedorfer Kammerchornachrichten erscheinen jährlich. Die Onlineversion ist eine reduzierte Ausgabe der gedruckten Version. Mitglieder der Freunde des Bergedorfer Kammerchores erhalten die Druckversion Heft kostenlos zugesandt. Redaktion:
Christoph Göllnitz Kerstin Kiesé Philipp Brieler |